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In meiner derzeitigen Praxis bearbeite ich personenbezogene Tierbezeichnungen mit rassistischen Konnotationen, die ich entweder selbst erfahren habe oder durch Fremderfahrungenerlebt habe. Im Detail bearbeite ich den Affen, Hund, Esel und Kamel, welche eine hybride Mischform in meinen Bildern einnehmen. So ist oft nicht klar erkennbar, welches Tier genau dargestellt wird, jedoch wird für die Betrachter:in klar ein Tierwesen erkennbar. Meine Verbindung zu den Tieren ist symbolisch mit Rassismus zu verstehen. Ich versuche in dieser Arbeit diese negative Konnotation mit den Tierwesen in den Vordergrund zu rücken undzu hinterfragen, wie diese Wesen denn ausehen könnten. Oft werden diese dann unterdrückt und/oder sind unverhältnismäßiger Macht ausgesetzt. Mir war es wichtig, diese Tiere in die Bildmitte zu rücken und diese Ausdrücke visuell zu hinterfragen. Dabei steht Zeichnung im Zentrum dieser Arbeit. Mit Zeichnung versuche ich diese Themen zu visualisieren, diese Vorstellung von den negativ konnotierten Bezeichnungen zu thematisieren und dabei die Schwere zu nehmen. Dabei versuche ich die Tiere aus einer posthumanistischen Perspektive zu betrachten, und die Frage zu stellen, inwiefern diese Tiere eine eigene Gesellschaft aufbauen und sich auch diese hierarchischen Machtsysteme innerhalb ihrer eigenen (Sub-)Struktur bewegen können. Insofern nehme ich dabei die humanistische Perspektive, blicke auf unterschiedliche Apparatuse und Systeme und versuche diese Welt auf diesen rassistischen Blick zu werfen. Zeichnung hilft mir insofern dabei, diese Vorstellung aufzugreifen und auf Blatt zu skizzieren.
Innerhalb dieser Zeichnungen reflektiere ich derzeit über meine eigene österreichisch-palästinensischen Herkunft, in der ich versuche auf die Muster und Strukturen der palästinensischen Perspektive aufzugreifen und in die Bilder einarbeite. Es sind aber nicht lediglich Muster, sondern auch Situationen oder Bewegungen, die ich aus meinen Erinnerungen reflektiere.Das Medium Zeichnung ist dabei aber nicht nur eine Hilfe, sondern aktiver Bestandteil meiner künstlerischen Praxis. Zeichnung ist für mich das direkteste, greifbarste Medium und hat für mich dabei eine politische Aktion. Denn ohne dieses Medium, könnte ich diese Vorstellungen nicht aufgreifen und entkräftigen. Wie wir ganz klar an den aktuellsten politischen Situationen sehen können, gibt es ein immer größer werdendes Problem mit Rassismus. Dabei bemerke ich wie wichtig Resillienz und eine entkräftende humorvolle Perspektive auf diese schwere Thematik ist. Ölpastell und Buntstift sind dabei wichtige Träger für mich, um diese in dieser Form zu übersetzen. Diese Arbeit besteht seit 2023 und wird seither weitergeführt.
Viele dieser Zeichnungen bieten den Grundstein für die im fotografischen Kontext übertragenen Figurigramme (Chemigramme). Die Toxizität der Chemie trifft sich mit den toxischen rassistischen Aussagen. Ebenso das subtile, nicht sichtbare, und das mit einem unnatürlichen Material sichtbar-machende trifft sich mit dem strukturellen nicht sofort sichtbaren Problem in unserer Gesellschaft. Die Farbe am Papier zeigt viele Layers, jedoch sieht man nur eine glatte, flache Oberfläche. Das spiegelt für mich eine Überleitung der rassistischen Denkweisen wider,da diese Gedanken oft eher flach erscheinen.
I justII